Kommentar zum Kommentar zum Torzoff

Ich habe nun lange überlegt, ob ich dies hier schreiben soll. Fußball ist nicht so meine Welt und mir so egal, wie einem Eskimo ein Kühlschrank. Etwas interessantes an diesem Kommentar von Christian Kitsch lässt mich nun aber nicht los und somit möchte ich meine Überlegungen dazu niederschreiben:

Es geht um folgenden Beitrag auf Bild.de :
Schiri Storks sollte Verein verklagen

Darin wird dargelegt, mit welchen Fehlentscheidungen das Schiedsrichter-Team um Sören Storks für Unmut gesorgt hat.  Ein klares Tor (mit Beweisfoto) und zwei Elfmeter für den Verein „Aue“ wurden nicht gegeben. Das bei so viel „Fairplay“ die Gemüter hochkochen, dürfte klar sein. Die Reaktionen des benachteiligten Vereins Aue und deren Bosse und Verantwortlichen,  wird als überzogen hingestellt. Eine Anzeige des Schiedsrichters wäre nicht gerechtfertigt. Im gleichen Artikel wird ebenso davon gesprochen, das eine Manipulation nicht nachweisbar ist. Was ist schon das „nicht werten“ eines echten Tores. Ein Versehen. Eine unglückliche Fehlentscheidung. Bei Fouls kann man immer auf viele Meinungen setzen und findet ein Spektrum von „Klarer Elfer“ bis „Schwalbe“.

Schlechter Tag

So weit so schlecht. Im weiteren Verlauf des Kommentars wird darauf hingewiesen, das der Verein Aue ja auch ohne dieses Spiel, der schlechteste  Verein der 2.Liga überhaupt sei. In einem Satz wird Schiri Storks ein schlechter Tag bescheinigt und Aues Stürmern ein schlechtes Jahr. Fast schon hämisch wird nachgeschoben: „Natürlich wird das gerne verschwiegen.“

Der Club in der Kritik

Ebenso bekommt der Club für eine Entscheidung bei einer DFL-Abstimmung vor vier Jahren,  gegen die Einführung einer Torlinien-Kamera, den schwarzen Peter zugeschoben. Nur weil es halt am nötigen Kleingeld gefehlt hat. Die 2. Liga ist  nicht die erste Liga. Trotzdem sollte für mich bei einem Fußballspiel der Schiedsrichter von seinen Linienrichter unterstützt werden. Sollte nicht immer einer der beiden auf höhe des Balls sein? Dieser Schiedsrichterassistent hätte das Tor, auch ohne Torlinien-Kamera, für den Schiedsrichter Storks deutlich, anzeigen müssen. Oder liege ich da falsch? Eine Fehlentscheidung geht nicht nur alleine vom Schiedsrichter aus. Es sind 3 Leute, die Versagen müssen. Eben weil der Schiedsrichter seine Augen nicht überall haben kann, muss er sich auf seine beiden Gehilfen verlassen können. Auf der anderen Seite muss ein Linienrichter, der einer Entscheidung, durch seinen Blickwinkel, nicht zustimmen kann, sein Veto einlegen.  Dies gilt im besonderen für offensichtliche Fehlentscheidungen. Gerade auch vor dem Hintergrund einer möglichen Manipulation.

Hoyzer zwar erwähnt, doch nicht relevant?

Interessanter Weise wird in direkter Verbindung mit „Fehlentscheidungen im Fußball“, auch kurz Robert Hoyzer erwähnt. Der Skandal-Schiedsrichter von 2005. Dieser hatte durch 2 gegebenen Elf Meter beim Spiel zwischen dem Regionalligisten SC Paderborn 07 und dem Bundesligisten Hamburger SV die Partie gegen Geld und Sachzuwendungen manipuliert. Dieses Spiel war am 21. August 2004 überraschenderweise mit 4:2 zu Ende gegangen. Erst am 21. Januar 2005 weitete sich, durch mehrere Hinweise auf manipulierte Spiele durch Hoyzer und andere Personen, das ganze zum „Fußball-Wettskandal 2005“ aus.  Dieser Skandal hatte im Nachgang sogar eine Haftstrafe für Hoyzer die Folge.

Dazu kam noch eine eher negativ besetzte Ehre:
„Das Kunstwort hoyzern (Verb) wurde bei der Wahl für das „Wort des Jahres 2005″ auf den 7. Platz gewählt“  (Quelle: Wikipedia)

Fazit mit BeiGeschmack

Also würde ich mal ganz vorsichtig behaupten, es ist noch zu früh um einen Schiedsrichter vorschnell zu entlasten. Natürlich wäre eine unbegründete Verurteilung ebenso unangebracht. Ein Gschmäckle bleibt. Schiedsrichter Storks  aber zu ermutigen, gegen den Verein Aue vorzugehen, halte ich bei der Sachlage für sehr gewagt. Wobei ich es enttäuschend finde, das die Bildzeitung noch nicht den Schiedsrichter um eine Antwort ausgequetscht hat. Sonst sind die doch auch nicht so langsam. Vielleicht ist es einfacher, auf einem erfolglosen Verein rum zuhacken, als den Schiedsrichter ebenso ins Kreuzverhör zu nehmen. Oder man hat Angst, zwischen die Fronten zu kommen. Liefern sich Verein und Schiedsrichter ein Gefecht, ist ein Sitzplatz mit Popcorn an der Seitenlinie, die bessere Alternative.

Ich verlasse mich jetzt mal auf die Medien und warte bis weitere Spiele, gepfiffen von Storks, tiefen analysiert werden.

So long. Allen eine gute Zeit.

Euer Larry