Essener Tafel

Jörg Sartor ist der Chef der Essener Tafel und verteilt schon 13 Jahre lang Lebensmittel an die Menschen, die wenig bis nichts haben. Ehrenamtlich, wohl bemerkt. Er steht an vorderster Armutsfront und sieht tag täglich die Schieflage der Gesellschaft und bemüht sich, das alle etwas bekommen. So war auch der Schritt verständlich, mit dem er verhindern wollte das  Alleinstehende Frauen und Rentner  sich nicht mehr in seine Tafel trauen.

Gravierender Schritt – Weitreichende Reaktionen

Natürlich ist es ein gravierender Schritt und es braucht viel Rückrat um eine solche Regeländerung, der Vergabe der Essensberechtigungen betreffend, durchzusetzen. Bei der Reaktion mancher hochrangiger Politiker , kann man aber nur den Kopf schütteln. Allen voran Bundesmutti Angela Merkel. Als hätte man sie nachts um 3 Uhr mittels Paukenschlag aus dem Schlaf gerissen und innerhalb 3 Sekunden eine Antwort erwartet, kommt von ihr ein „Da sollte man nicht solche Kategorisierungen vornehmen.“
Dies sei „nicht gut“.

Klar lässt die Quittung vom Volk, von Parteimitstreitern und von politischen Gegner, auf so eine sehr uninformierte Aussage, nicht lange auf sich warten. Der von ihr auf sich selbst ausgelöste Shitstorm, war nicht unerheblich. Holte aber einige Meinungs-Trittbrettfahrer ebenso auf den Plan. Jörg Sartor wurde so gleich als Nazi beschimpft. Die Lieferwagen der Tafel, die Nahrung für die Armen bringen, wurden mit „Nazi“, „Fuck-Nazi“ besprüht.  Dabei sollte diese Maßnahme  nur helfen, die Lebensmittel gerecht(er) zu verteilen.

Lösungen nicht immer Bequem

Die Lösung von Herrn Sator beruhte auf einer Wahrheit. Bedürftige Rentner fühlen sich von jungen Flüchtlingen bedrängt. Wer nicht vor Ort mit den Betroffenen spricht, oder zumindest mal telefonisch nachfragt, dem erschließt sich die Wahrheit nicht. Zu mal es eben in die kleine heile Welt von Frau Merkel nicht gepasst hat. Immer darauf bedacht, vor ihrem Volk und Welt gut dazustehen, wurde der Satz mal so raus gehauen. Im ersten Moment klingt er ja auch gut. Ganz im Sinne der vielen Gutmenschen, die ohne Rücksicht auf Verluste alles und jeden in Schutz nehmen. So wurde versucht, sich durch einen unbedachten gesetzten „Zeitgemäßen Spruch“ zu profilieren.  Herr Dobrindt war in seiner Reaktion um längen besser als Angela Merkel. Er hat zumindest, vor einer Aussage darüber, mit den Betroffenen telefonisch Kontakt aufgenommen und sich über die Beweggründe erkundigt. Er kam zu dem Schluss, das es durchaus ein Logisch nachvollziehbarer Schritt ist.

Das Traurigere ist aber, das einige Begleiterscheinungen nun seltsame Auswüchse treiben. Eine türkische Partei strebt eine Anzeige gegen die Essener Tafel an und möchte eine eigene Tafel gründen. Wie mir scheint, ist ein solches Vorgehen, ebenso wie der Spruch von Bundesmutti Merkel, unausgegoren und schnellschußlastig.  Was ist der eigentliche Skandal? Es gibt Menschen in Deutschland die Hungern! In einem Land, wo man im Supermarkt zwischen unzähligen Brotsorten wählen. Überquellende Käse und Wurst-Theken zeugen vom Wohlstand und die Ärmsten der Armen streiten sich um abgelaufene oder zweite Wahl Lebensmittel.

Was bleibt übrig?

Unter die Räder kommen dabei solche ehrenamtliche Helfer wie Jörg Sartor. Deren persönlicher Einsatz wird in keinster Weise gewürdigt. Und mit der öffentlichen, unsachlichen Diskussion die Arbeit diffamiert. Diese Jungs und Mädels leisten herausragendes. Würde die Politik ebenso in dieser Liga mitspielen, hätten wir diese Probleme unter Garantie nicht.

Die Aufregung um Angela Merkel und die Essener Tafel wird aber nachlassen und dieses Geschehen im Jahresrückblick 2018 keine 20 Sekunden einnehmen.

Grüßle
Euer Larry.