Chinas Lage – Unsere Zukunft ?

Der Businessinsider.de ist oft Quell spannender Lektüre. Immer wieder ertappe ich mich, wie ich einfach von Artikel zu Artikel springe und sehr viel Wissenswertes über die Welt erfahre.

Dieses Mal hat es mir ein Artikel angetan, der sich mit der Umweltverschmutzung auseinander setzt:

Fotostrecke aus China zeigt uns, was uns bevorstehen könnte

In einer, durchaus eindrucksvollen, Fotostrecke wird die Umweltverschmutzung in China, die schon seit Jahren andauert, dokumentiert. Bilder von Smog wo man geht und steht zeigen, das der Preis  einer florierenden Wirtschaft mitunter hoch sein kann. Die Umwelt wird mit toxischen Substanzen, Müll in Form von Plastik und allerlei Unrat belastet. Die Schornsteine der Industrieanlagen pusten offenbar ungefiltert alles in die Luft, was man dort nicht haben möchte. Die Luft ist dadurch mit giftigen Schadstoffen und Feinstaub durchsetzt.  Flüsse und Seen sind zu einem Drittel von der Nutzung durch Menschen ausgeschlossen. Schaumige giftige Chemikalien, Öle und feste Abfälle treiben auf und im Wasser.  Sämtliche Tiere auf und im Wasser, können nicht oder nur beschwerlich überleben.

Die Prunkvollen und Sehenswürdigen Gebäude versinken im Smog. Dichte Nebelschwaden verhindern einen ungetrübten Blick. Blauen Himmel gibt es nur noch auf Bildern. Solche Leinwände, Bedruckt mit dem entsprechenden Gebäude vor dem Hintergrund eines, längst vergangenen, blauen Himmels, werden an die Sehenswürdigkeiten gestellt, um dem Tourist ein hübsches Andenken aus dem Urlaub zu ermöglichen. Spart man sich dabei das Nachbearbeiten am heimischen PC. Dieser wurde hergestellt im Land des getrübten Urlaubsglücks. Fotografiert wird mit einer Kamera, die in einer dieser Industriemetropolen zusammengeschraubt wurde. Dabei tragen wir alle Mode, die sicherlich weitgehend aus dem Reich der Mitte stammt.

Somit ist die nächste Frage, die Businessinsider.de beleuchtet, zumindest für mich, recht schnell beantwortet.

„Ist dieseR Umweltschmutz unsere Zukunft?“

Nein. Geade weil es China gibt, wird dies nicht unsere Zukunft sein. Wir sind der Grund, warum es in China so aussieht. Wir dürsten nach günstiger Elektronik, Bekleidung und vor allem billigen Plastik-Schnick-Schnack. Unserer Bequemlichkeit hat China seinen wirtschaftlichen Aufschwung zu verdanken. Unserem Wohlstand hat China aber auch seine Umweltprobleme zu verdanken. Länder aus aller Welt, lassen einen Großteil ihrer  (Luxus)Konsumgüter in China, Taiwan oder auf den Philipinen herstellen. Somit werden auch die, mit der Herstellung verbundenen, Schadstoffe wo anders Produziert und in die Luft oder ins Wasser gepumpt. Der Schmutz wird damit per „Outsourcing“ (wie es im Neudeutsch lautet) einfach in andere Länder verlagert.

Outsourcing als Schmutzverursacher

In Deutschland sind die Umweltschutzauflagen für Schadstoffe viel zu hoch, um günstig produzieren zu können. Ergo ist es beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, das Produktionprozesse (mit ihrer Schadstoffentwicklung) von China nach Deutschland übersiedeln. Zum einen würden es in Deutschland um einiges teuerer werden, die Produktion auf ein sauberes Level zu heben und zum anderen wären die Verbraucher (wir alle), sicher nicht bereit, mehr Geld für Elektronik und sonstige Produkte aus Plastik, auszugeben.

Eine Überlegung wäre es Wert, die Produktion „nach Deutschland zurück zu holen“. Hier würde man mehr auf Schadstoffe achten und die Einhaltung der  Auflagen für Produktionsprozesse überwachen. Die aktuelle Diskussion über Dieselfahrzeuge zeigt deutlich, wie sensibilisiert man mittlerweile mit dem Thema umgeht.  Würde die Schadstoffemision der günstig im Ausland produzierten Produkte auf die abnehmenden Länder umgelegt werden, sieht die Umweltbilanz von China sicherlich um einiges anders aus. Mir scheint, als Produziert man nur für externe Länder. Also wäre es nur recht, den Smog in das Land zu verlagern, das dafür verantwortlich ist. Natürlich ist das eine  Gedankenspielerei. Es wird  deswegen in China kein Mikrogramm weniger Feinstaub geben.

Umwelt-Siegel zum Wachrütteln.

Vielleicht würde es schon helfen, ein Umweltbilanz-Siegel zu entwerfen:

„Dieses Produkt hat in China bei seinem Prozess der Herstellung 50 m³ Luft mit insgesamt 23750 Mikrogramm Feinstaub-Smog verpestet und 150 Gramm Plastikmüll im Ocean verursacht, sowie 30 Liter Wasser ungenießbar gemacht.  Mit ihrer Ersparnis von 4 Euro, im Vergleich zu einem in Deutschland produzierten Produkt, haben sie dafür gesorgt, das diese verpestete Luft und das belastete Wasser nicht in Deutschland ist . Vielen Dank dafür.“

Mal unserer Bundes-Mutti diesen Vorschlag machen. Die macht doch sonst auch jeden Blödsinn mit. Warum nicht auch bei sowas?

 

Grüßle, Euer Larry.

(Ein anderer Artikel)