Böser Streamingdienst ….

Mal wieder bin ich im großen Dschungel der  Informationen über einen netten Artikel bei  Zeit-Online gestolpert.

Hier geht es zum Original-Artikel

Dieser Gastbeitrag von Katharina Nocun ist gut geschrieben und durchaus Informativ. Es wir dargelegt, wie Netflix für jeden Account ALLES , aber auch wirklich ALLES protokolliert. Jeder Start und Stop einer Serie oder Film. Jedes zurückspulen oder vorspulen. Jedes mal beim Pause drücken, wird dies protokolliert. Richtig schlimm sind die von Netflix.

Gutes Fernsehen

Zugleich wird das „normale“ Fernsehen als völlig harmlos hingestellt. Auch das normale Fernsehen macht nicht ohne Hintergrundwissen Programm. Nur weil es nicht offensichtlich ist, heißt es noch lange nicht, das keine Daten gesammelt werden. Sicherlich wird in den Mediatheken von ARD und ZDF & Co ebenso fleißig Nutzerverhalten gesammelt. Das „die Einschaltquoten“ nur eine müde Hochrechnung ist, sollte bekannt sein. Verlassen kann man sich darauf sicher nicht mehr. Aber das ist ein anderes Thema.

Böser Streamingdienst

Jetzt kommt ein Streamingdienst um die Ecke und erfasst Daten. Diese Sammelwut wird sich nicht nur auf Netflix  beschränken. Amazon und  Maxdome werden bestimmt auch tüchtig sammeln.

Natürlich macht dies Netflix nicht ohne Grund. Es geht dabei nur ums Geld. Warum sollte etwas produziert werden, das keinen Erfolg haben könnte. Warum sollte man die Möglichkeiten nicht nutzen? Nur sehe ich die Auswertbarkeit der erfassten Daten als kritisch. Was bringt es Netflix als Unternehmen, zu wissen ob der kleine Larry irgendwo zurückgespult hat, weil er mal wieder nicht aufgepasst oder ein Detail übersehen hat. Oder vielleicht hat der Pizzabote eben geklingelt oder ich bin kurz weggenickt.  Tja, Sachen gibt es.  Genau so Schnulli wird es Netflix sein, das der kleine Larry bei einem Busenblitzer 4 mal zurückspult.   Ob der kleine Larry im Suchfeld nach „S€x“  sucht, geht im Datenrauschen unter. Bei 100 Millionen Kunden wäre eine Detailauswertung völliger Humbug. Das jeder Suchbegriff in einer Statistik auftaucht, ist bei jeder noch so popeligen Webseite möglich.

Auswertungen des Wahnsinns

Ja, es wird sicher irgendwo ein Diagramm geben in dem die „20 häufigsten Suchbegriffe“ dargestellt sind. Und dann steht da eben „S€x“ ganz oben. Nur hätte jetzt der Vorstand oder ein Auswertungsteam viel zu lesen, würde da nun jeder einzelne User mit seinen Suchbegriffen stehen.

Persönlich wird einem die „Auswertung“ des eigenen Verhalten als Schlimm vorkommen. In der Masse geht der Einzelne aber unter. Zumal über meinen Account die ganze Familie schaut. Das Verhalten von mir, ob ich nun einen auf „ab 16“ zerschnittenen „ab 18 Film“ anschaue oder 2 Staffeln Larva am Stück und danach eine Staffel Suckers , geht da unter.

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Verbesserung des Angebots

Schließlich schreibt Katharina Nocun selber: „Der Streamingdienst selbst gibt an, die Sehgewohnheiten seiner Nutzerinnen lediglich für die Verbesserung des Angebots auszuwerten. Aber was spräche dagegen, die dafür benötigten Daten zu anonymisieren? “

Ja, genau darauf zielt es ja ab. Die Auswertung zu Sehgewohnheiten kann nur „anonymisiert“ erfolgen. Da eine Auswertung in die Tiefe kein besseres Ergebnis bringt. Vorstellbar ist eine Auswertung nach Land, Alter in Generationen gerechnet und welche/r Serie/Film geschaut wurde und das war es auch schon. Es gibt zwar sehr leistungsstarke Auswertungsprogramme, aber je mehr man ins Detail geht, um so unübersichtlicher wird eine Auswertung.

Weil sie „Suckers“ gesehen haben: Empfehlungen

Die Auswertungen für Empfehlungen laufen auf einer ganz anderen technischen Schiene. Hier kann man sich die Statistik versauen, so bald man etwas kurzzeitig Anschaut, was einen völlig nicht interessiert. Oftmals sind solche Empfehlungen auch nur Schätzungen nach Genre. Oder „Kunden schauten auch“-Schätzungen …. Nur weil der kleine Larry 3 Stunden lang die verschiedensten Serien und Filme wild gestartet hat, muss dieser Mix an Durcheinander noch lange keinen zweiten gelangweilten Couchpotato interessieren.  Datenerfassung Reductio ad absurdum.

Fazit: Es geht bei einer Auswertung nur um die  „Einschaltquote“ als Solche. Wie beim „normalen“ Fernsehen, die ihre Quoten schätzen, haben Streaminganbieter mehr Möglichkeiten auf ihre Kunden zugeschnittenes Programm zu machen und werden dafür verteufelt. Ein öffentlicher Rundfunk darf seine Zwangsgebühren nach Schätzungen verballern und ein Streaminganbieter, der gezielt Content für seine Kunden produziert, wird etwas zu schnell an den Pranger gestellt.

Muss jetzt noch etwas Larva oder Suckers schauen, mal sehen was mir Netflix empfiehlt.

Grüßle Euer Larry

PS: In den Kommentaren des Artikels wird mehrfach darauf hingewiesen, das Netflix durch das Daten sammeln ja zielgerichteter Werbung senden kann. Ja, Werbung für Serien und Filme. Also für ihre Produkte. Diesen „Newsletter“ könnte man auch mit wenigen Klicks ausschalten. Werbung wie Google & Co sie anzeigen und dadurch Geld machen,  gibt es in Netflix nicht. Sollte man sich  darüber informieren bevor man Mist in die Kommentare pinselt.

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